Das folgende Manifest ist mehr als eine Erläuterung – es ist das moralische Fundament, auf dem jedes Werk von Günter Dworak ruht. In einer Welt, die oft zum Wegsehen neigt, forderte er mit seiner Kunst und seinen Worten die Zivilcourage ein, die unsere Gesellschaft zusammenhält.

Ich klage an – ich bin schuldig!

Seit 2000 Jahren waschen sie ihre Hände in Unschuld


Stellungnahme von Günter Dworak


Es ist sicherlich nicht üblich, dass ein Maler und Objektmacher sich verbal über seine Arbeiten äußert. Es sollte erlaubt sein, Stellung zu beziehen für sein Tun. Im Ruhrpott geboren, habe ich Industriestandorte - Landschaft -und ihre Menschen im Revier hautnah erleben dürfen. Der Prozess in dieser geschundenen Industrielandschaft hinterließ Spuren, auch bei den hier lebenden Menschen. Sie haben alle sich unsere Anerkennung und Respekt verdient. Der Wille, innovative Wege im Revier zu gehen und Zeichen zu setzen, hat begonnen. Mein Leitmotiv ist Humanität und Kommunikation mit dem anderen. Dieses Gilt vor allem unseren ausländischen Mitbürgern. Keine Rassistischen Vorurteile einzubringen. Nationale sowohl als religiöse Bekenntnisse.


Nicht vermessen sein ist mein Anliegen. Wenn ich sage: "Ich klage an", "ich bin schuldig". Seit 2000 Jahren Hände waschen in Unschuld, Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Gewalt sind Alltag. Ich versuche mit meinen Mitteln, Anteilnahme zu wecken am Schicksal der Betroffenen. Kritische Herausforderung und Reflexion wäre gefragt. Menschen sollten gewaltfrei miteinander umgehen. Rassistische Auswüchse zeichnen den Gang der Geschichte bis in die heutige Zeit nach.


Nie vergessen die Verfolgung des jüdischen Volkes, für die der Name "Auschwitz" symbolisch steht. Ich klage gegen die Missstände in unserer Gesellschaft, Arbeitsplatzverlust, Hilflosigkeit der Jugend. Die Lethargie muss angegangen werden mit der nötigen Zivilcourage. Der Weg der Menschen ist bis in unsere Tag Kreuzweg geblieben. Auch unser Leben wird fortwährend durchkreuzt. Sich dem Unbequemen zu stellen ist wünschenswert. Das wäre der Garant für ein Leben in friedlicher Koexistenz.




Acryl auf Leinwand, 120 c 120 cm

Ausstellung  vom 8. Oktober bis 5. November 1995, Volkshochschule Herne