„VOM SCHMERZ DER GESCHICHTE UND DER GEGENWART“
Ein starkes Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus
Anfang der 1990er-Jahre schlossen sich rund 46 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler für ein ambitioniertes und hochpolitisches Ausstellungsprojekt zusammen. Unter dem Titel
„VOM SCHMERZ DER GESCHICHTE UND DER GEGENWART“
bezog die Schau unmissverständlich Stellung gegen Nationalismus und Rassismus. Der Name wurde in bewusster Anlehnung an die bekannte Ausstellung „Vom Schmerz der Geschichte – Künstlerinnen und Künstler zu Carl von Ossietzky“ gewählt, um deren bleibende Relevanz aufzugreifen und in die damalige Gegenwart zu führen.
Getragen und gestalterisch ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Fachgruppe Bildende Kunst in der IG Medien Westliches Westfalen sowie dem Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Westfalen Süd.
Die Stationen im Ruhrgebiet
Als Wanderausstellung konzipiert, zog die Schau durch bedeutende Kultur- und Verwaltungsorte der Region:
- 1993: Rathaus Dortmund
- 1993: Kulturrat Bochum (Zeche Lothringen)
- 1993: Gedenkhalle Schloss Oberhausen
- Januar 1994: Haus am Grünen Ring (VHS Herne) – die finale und für Günter Dworak schicksalhafte Station.
Günter Dworak: Gestalter im Hintergrund
Günter Dworak war bei dieser vielbeachteten Wanderausstellung nicht nur mit eigenen Arbeiten vertreten. Er war der entscheidende Initiator, der die Schau schließlich in seine Heimatstadt Herne holte.
Darüber hinaus prägte er das Gesicht der gesamten Dokumentation maßgeblich im Hintergrund mit. Gemeinsam mit H.D. Götzenleuchter (Ausstellungs- und Katalogkonzeption), Hanfried Brenner, Theodor Oberheitmann und Ursula Saul-Ludwig bildete er die Katalogredaktion. Für das Gesamtlayout des Katalogs zeichnete Dworak verantwortlich, während die Umschlaggestaltung von Theodor Oberheitmann und Edel Vostry entworfen wurde.

Der Wendepunkt
Die Station im Haus am Grünen Ring im Januar 1994 war der absolute Höhepunkt der öffentlichen Anerkennung für Dworaks unermüdliches Engagement. Es zeigte, wie tief seine Kunst und sein Wirken in den großen, bewegenden Themen der Zeit verwurzelt waren.
Doch nur wenige Wochen nach diesem glanzvollen Erfolg, über die Osterfeiertage 1994, folgte der schmerzhafte Bruch.
Begleiten Sie uns auf den folgenden Unterseiten auf einer dokumentarischen Spurensuche durch die Ereignisse, die auf diesen Höhepunkt folgten:
